TV-Serie über den IS: Ramadan-Soap sorgt für Aufruhr | NZZ

Im Mittleren Osten existieren – angesichts des weitgehenden Verbots von Musik- und Tanzklubs, Kino- und Theatersälen – nur zwei Unterhaltungsmöglichkeiten: Essen und Fernsehen. An den 30 Abenden des Ramadan nimmt die Bedeutung beider geradezu gigantomanische Züge an. Nach Sonnenuntergang wird das Fastenbrechen üppig zelebriert, und zwar im Kreis der gesamten Familie, wobei alle ihrer neuen Abendbegleitung entgegenfiebern – den bereits wochenlang zuvor beworbenen TV-Serien, die eigens für das Fest produziert werden.

Für die Menschen in den Diktaturen bedeutet dieses alljährliche Ritual mehr Abwechslung und für die Sendeanstalten mehr Werbeeinnahmen. Es ist ihre mit Abstand umsatzstärkste Zeit des Jahres, und entsprechend emsig produzieren sie jährlich aufs Neue 30-teilige, miteinander um die höchsten Einschaltquoten konkurrierende Formate. An die 500 sind es dieses Jahr – ein Potpourri aus schmalzigen Telenovelas, Liebes- und Historiendramen, Krimis und Kochshows.

Die verborgene Seite des Islamischen Staats (IS)?

Doch keine Serie erregte so viel Aufsehen wie «Gharabib Soud» («Schwarze Krähen»). Und das nicht nur, weil die saudische Produktion mit zehn Millionen Dollar für arabische Verhältnisse sehr aufwendig ist und ein Staraufgebot aus sieben arabischen Ländern präsentiert (Ägypten, Syrien, Tunesien, Irak, Kuwait, Libanon, Saudiarabien). Sondern auch aufgrund ihres reisserisch angekündigten Inhalts: Der Zuschauer erhalte Einblick in eine verborgene Seite des Islamischen Staates (IS) – und zwar in das Leben der Frauen, die diesem Kalifat angehören. Wenn das nicht verheissungsvoll klingt.

https://www.nzz.ch/feuilleton/tv-serie-ueber-den-is-ramadan-soap-sorgt-fuer-aufruhr-ld.1302402

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