Südafrika trennte sich von Atomwaffen, 03.07.2008 (Friedensratschlag)

In der Ära des Übergangs zu einer von Apartheid befreiten Gesellschaft hat sich Südafrika freiwillig dafür entschieden, auf Kernwaffen zu verzichten und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einzuladen, dies zu überprüfen. Nach den Inspektionen überreicht Außenminister Pik Botha Anfang 1994 dem damaligen IAEA-Chef Hans Blix eine aus dem verschrotteten Metall von Trägerraketen gefertigte Pflugschar. 

Uran selbst anreichern 

Mit dem Verzicht Südafrikas ist Mitte der neunziger Jahre eine der höchsten Barrieren für ein atomwaffenfreies Afrika aus dem Weg geräumt. Zuvor geisterte das Phantom der „schwarzen Bombe“ durch so manche Rede afrikanischer Politiker. Mit eigenen Kernwaffen sollte den nuklearen Ambitionen Südafrikas begegnet werden. Viele Staaten sahen im Apartheidregime das Haupthindernis für eine kernwaffenfreie Zone, wie sie die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) mit Blick auf den gesamten Kontinent bereits 1964 zum Ziel erklärt hatte. 

Als Südafrika seinen nuklearen Ambitionen abschwört, quittieren das Algerien, Namibia, Niger, Sambia und Tansania umgehend mit ihrem Beitritt zum Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (NPT). Die Gefahr eines atomares Wettrüstens auf dem afrikanischen Kontinent scheint definitiv abgewendet – die „schwarze Bombe“ ad acta gelegt. Um das zu besiegeln, unterzeichnen am 11. April 1996 45 Staaten in Kairo den Vertrag über die Afrikanische Kernwaffenfreie Zone, der Produktion, Erwerb, Gebrauch, Erprobung, Lagerung und Stationierung von Kernwaffen in der Region und den angrenzenden Seegebieten verbietet. Die Partner werden zur ausschließlich friedlichen Nutzung der Kernenergie verpflichtet und dürfen sich an keinerlei militärisch motivierten Nuklearaktivitäten anderer Ländern beteiligen. Das Abkommen verlangt von den Signatarstaaten ausdrücklich, keine Kernwaffenforschung zu betreiben. Es werden genaue Prozeduren zur überwachten Demontage kerntechnischer Anlagen festgeschrieben. Sie zu kontrollieren, obliegt der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sowie der Afrikanischen Nuklearenergiekommission (AFCONE). Wer radioaktiven Müll verklappen will, sieht sich dank des Kairo-Vertrages gleichfalls in die Schranken gewiesen. 

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Suedafrika/bombe.html

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